BITCH, I EVOLVED! befragt Evolutionstheorien aus feministischer Perspektive.
Die Frage nach unserem Ursprung beschäftigt die Menschheit vermutlich seit jeher. Wie wir diese Frage erforschen, verstehen und beantworten, ist geprägt von den gesellschaftlichen, kulturellen und historischen Bedingungen, unter denen Wissen entsteht. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind nicht unabhängig von den Denkweisen und Machtverhältnissen ihrer Zeit, sondern werden durch diese geformt und wirken zugleich auf sie zurück. So prägen sie unser Selbstverständnis, unsere Vorstellungen von Körpern, Geschlecht und Sexualität sowie unser Verhältnis zu anderen Lebewesen.
Neuere Forschungen aus Evolutionsbiologie, Zoologie, Geschlechterforschung und Wissenschaftsgeschichte zeigen, wie stark patriarchale Machtstrukturen die Erforschung und die Erzählungen über Ursprung, Fortpflanzung, Sexualität und Körper geprägt haben — und wie sehr dabei die Evolution des weiblichen und nicht-binären Körpers marginalisiert oder verzerrt wurde. Dies trifft auf menschliche Körper ebenso zu wie auf Clownfische, Albatrosse oder Enten.
Anstatt konkurrierender, autonomer Körper, beschreiben aktuelle Forschungslinien Leben vielmehr als ein Geflecht wechselseitiger Abhängigkeiten und betonen die Bedeutung sozialer und kultureller Prägungen. Wie Individuen interagieren, wie sich Gemeinschaften organisieren und welche Rollenverteilungen bestehen, ist entscheidend für evolutionäre Anpassungen. So treten durchlässige Modelle, die evolutionäre Entwicklungen als verflochtene Beziehungen zwischen Individuen, Arten und ihrer Umwelt begreifen, an die Stelle überholter Leitbilder wie dem „Überleben des Stärkeren“.
Was wissen wir wirklich über unsere Herkunft und die evolutionären Prozesse, die uns geformt haben? Welche Denkweisen, Hierarchien und sozialen Geschlechterkonstrukte prägen die wissenschaftliche Wahrnehmung unserer evolutionären Herkunft? Warum fehlt die Evolution weiblicher Körper in vielen Erzählungen? Wie kam es zum ersten Uterus, zu Brüsten und Vulven? Warum legt der Mensch nicht wie über 99 % der Tierarten Eier – und warum tun es manche Säugetiere trotzdem?
Credits
Konzept, Skript & Performance
Eva Meyer-Keller
Co-Kreation & Performance & Lichtdesign
Annegret Schalke
Co-Kreation & Performance
Ixchel Mendoza Hernández
Co-Kreation & künstlerisch-technische Mitarbeit
Lui Marschewski
Recherche & Skript
Jana Sotzko
Jana Sotzko
Emilia Schlosser
Dramaturgische Mitarbeit
Constanze Schellow
Technische Leitung & Ton
Björn Stegmann
Musik
Rico Lee
Kostüm
Sara Wendt
Produktion
Susanne Beyer
Die Arbeit entsteht in enger Zusammenarbeit mit meinem interdisziplinären Kernteam und externen Expert:innen aus Evolutionsbiologie, Gender Studies und Wissenschaftsgeschichte.
Gefördert von: Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt | Eine Koproduktion mit Sophiensaele (Berlin) und PACT Zollverein (Essen)